Arbeitsprobe · Unternehmenssteuerung & Liquidität

13-Wochen-Liquiditätsplanung mit klaren Entscheidungsschwellen

Die Arbeitsprobe zeigt alle 13 Wochen mit Anfangsbestand, Einzahlungen, Auszahlungen und Endbestand. Ein um drei Wochen verspäteter Zahlungseingang wird einer abgestimmten Staffelung der Warenzahlungen gegenübergestellt. Sämtliche Werte sind illustrative Modellannahmen; dies ist kein Kundenfall.

Entscheidungsfrage

Reicht der Liquiditätsspielraum für eine Bestandsausweitung, wenn ein großer Zahlungseingang drei Wochen später erfolgt?

Die Ausgangsdaten sind ausdrücklich als Modellannahmen gekennzeichnet. In einem realen Mandat würden Definition, Quelle, Stichtag, Verantwortlicher und Verlässlichkeit jeder tragenden Eingabe geprüft und dokumentiert.

Das Ziel ist nicht mathematische Scheingenauigkeit, sondern eine Entscheidung, deren Voraussetzungen, Bandbreiten und nächste Prüfpunkte sichtbar bleiben.

Anfangsliquidität420.000 €

Frei verfügbarer Bank- und Kassenbestand vor Woche 1; keine zusätzliche Kreditlinie im Modell.

Interne Mindestreserve250.000 €

Frei gewählte wirtschaftliche Schwelle, keine gesetzliche Grenze.

Stress-Tiefpunkt115.000 €

Wochenendbestand in Woche 6 bei unveränderten Auszahlungen.

Maßnahmen-Tiefpunkt285.000 €

Wochenendbestand in Woche 4 und 6. Unterwöchige Zahlungstermine sind zusätzlich zu prüfen.

Sichtbares Arbeitsergebnis

Zahlen werden zu Entscheidungsschwellen.

Jede Woche rechnet fort: Anfangsbestand + Einzahlungen − Auszahlungen = Endbestand. Der Endbestand wird zum Anfang der nächsten Woche. Alle drei Szenarien starten mit 420.000 €.

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Basis: alle 13 Wochen · Beträge in Euro
WocheAnfangsbestandEinzahlungenAuszahlungenEndbestand
Woche 1420.000 €70.000 €95.000 €395.000 €
Woche 2395.000 €65.000 €100.000 €360.000 €
Woche 3360.000 €80.000 €90.000 €350.000 €
Woche 4350.000 €170.000 €125.000 €395.000 €
Woche 5395.000 €70.000 €130.000 €335.000 €
Woche 6335.000 €85.000 €135.000 €285.000 €
Woche 7285.000 €95.000 €90.000 €290.000 €
Woche 8290.000 €120.000 €95.000 €315.000 €
Woche 9315.000 €105.000 €100.000 €320.000 €
Woche 10320.000 €105.000 €100.000 €325.000 €
Woche 11325.000 €110.000 €95.000 €340.000 €
Woche 12340.000 €100.000 €110.000 €330.000 €
Woche 13330.000 €120.000 €105.000 €345.000 €
Gesamter Zeitraum420.000 €1.295.000 €1.370.000 €345.000 €
Szenarien im Vergleich · ausschließlich Wochenendbestände
SzenarioTiefpunktUnter 250.000 €Ende Woche 13Zusätzlich auf W14 verschoben
Basis285.000 €Keine Woche345.000 €0 €
Stress115.000 €W4, W5, W6345.000 €0 €
Maßnahmen285.000 €Keine Woche375.000 €30.000 €
Stress: alle 13 Wochen · Beträge in Euro
Stress: alle 13 Wochen · Beträge in Euro
WocheAnfangsbestandEinzahlungenAuszahlungenEndbestand
Woche 1420.000 €70.000 €95.000 €395.000 €
Woche 2395.000 €65.000 €100.000 €360.000 €
Woche 3360.000 €80.000 €90.000 €350.000 €
Woche 4350.000 €0 €125.000 €225.000 €
Woche 5225.000 €70.000 €130.000 €165.000 €
Woche 6165.000 €85.000 €135.000 €115.000 €
Woche 7115.000 €265.000 €90.000 €290.000 €
Woche 8290.000 €120.000 €95.000 €315.000 €
Woche 9315.000 €105.000 €100.000 €320.000 €
Woche 10320.000 €105.000 €100.000 €325.000 €
Woche 11325.000 €110.000 €95.000 €340.000 €
Woche 12340.000 €100.000 €110.000 €330.000 €
Woche 13330.000 €120.000 €105.000 €345.000 €
Gesamter Zeitraum420.000 €1.295.000 €1.370.000 €345.000 €
Maßnahmen: alle 13 Wochen · Beträge in Euro
Maßnahmen: alle 13 Wochen · Beträge in Euro
WocheAnfangsbestandEinzahlungenAuszahlungenEndbestand
Woche 1420.000 €70.000 €95.000 €395.000 €
Woche 2395.000 €65.000 €100.000 €360.000 €
Woche 3360.000 €80.000 €90.000 €350.000 €
Woche 4350.000 €0 €65.000 €285.000 €
Woche 5285.000 €70.000 €50.000 €305.000 €
Woche 6305.000 €85.000 €105.000 €285.000 €
Woche 7285.000 €265.000 €90.000 €460.000 €
Woche 8460.000 €120.000 €155.000 €425.000 €
Woche 9425.000 €105.000 €100.000 €430.000 €
Woche 10430.000 €105.000 €180.000 €355.000 €
Woche 11355.000 €110.000 €95.000 €370.000 €
Woche 12370.000 €100.000 €110.000 €360.000 €
Woche 13360.000 €120.000 €105.000 €375.000 €
Gesamter Zeitraum420.000 €1.295.000 €1.340.000 €375.000 €

Zahlungsbasis: Die frei gewählten Wochenbeträge fassen modellhaft Kunden-, Waren-, Personal-, Miet-, Steuer- und sonstige Zahlungen zusammen. Beträge sind zahlungswirksam einschließlich etwaiger Umsatzsteuer gedacht. Zusätzliche Umsätze aus der Bestandsausweitung, Zinsen, Gebühren und neue Finanzierung werden nicht angesetzt.

Stressannahme: Genau ein Kundeneingang von 170.000 € verschiebt sich von Woche 4 auf Woche 7. Übrige Einzahlungen und alle Auszahlungen entsprechen der Basis. Es wird kein Forderungsausfall angenommen.

Maßnahmenannahme: Bei denselben verspäteten Einzahlungen werden mit dem Lieferanten 60.000 € von Woche 4 auf Woche 8 und 80.000 € von Woche 5 auf Woche 10 verlegt. Eine Bestell- und Liefertranche von 30.000 € wird von Woche 6 auf Woche 14 verschoben. Zustimmung und betriebliche Vertretbarkeit werden vorausgesetzt. Mehrkosten oder entgangene Deckungsbeiträge sind nicht angesetzt und wären im echten Fall zu ergänzen.

Rechenkontrolle: Basis und Stress: 420.000 € + 1.295.000 € Einzahlungen − 1.370.000 € Auszahlungen = 345.000 €. Maßnahmen: 420.000 € + 1.295.000 € − 1.340.000 € = 375.000 €.

Offene Verpflichtung: Die zusätzlichen 30.000 € am Ende von Woche 13 sind vollständig durch die auf Woche 14 verschobene Zahlung erklärt. Sie sind keine Einsparung. Nach alleiniger Zahlung dieser Tranche verblieben 345.000 €; das ist keine vollständige Woche-14-Prognose, weil deren übrige Zahlungen fehlen. Die verschobenen 140.000 € aus Woche 4 und 5 sind bereits in Woche 8 und 10 enthalten.

Unterwöchiges Risiko: Wochenendbestände beweisen keine durchgehende Reservehaltung. Würden in Woche 7 alle 90.000 € Auszahlungen vor den Einzahlungen fällig, fiele der Maßnahmenbestand zwischenzeitlich auf 195.000 € (285.000 € − 90.000 €). Taggenaue Termine, gebundene Mittel und sämtliche fälligen Verpflichtungen sind deshalb vor jeder Freigabe gesondert abzugleichen.

01

Die Basis erreicht ihren niedrigsten Wochenendbestand in Woche 6: 285.000 € und damit 35.000 € oberhalb der internen Reserve. Der Anfangsbestand von 420.000 € ist kein Wochenendwert.

02

Im Stress unterschreiten die Wochen 4 bis 6 die interne Reserve. Die größte Reserveunterschreitung beträgt 135.000 €; sie bezeichnet keine automatisch festgestellte Zahlungsunfähigkeit.

03

Die vereinbarten Verschiebungen halten sämtliche modellierten Wochenendbestände oberhalb der Reserve. Ob das auch zwischen den Wochenenden gilt, hängt von den tatsächlichen Zahlungsterminen ab.

Illustrative Empfehlung

Bestandsausweitung nur gestuft und nach taggenauer Prüfung freigeben.

Eine weitere Tranche wird nur freigegeben, wenn Zahlungseingänge verifiziert, geänderte Lieferantenfälligkeiten wirksam vereinbart und die vollständigen Verpflichtungen im aktualisierten Basis- und Belastungsfall finanzierbar sind. Die interne Reserve muss auch an den relevanten unterwöchigen Zahlungsterminen eingehalten werden.

  1. 01

    Fälligkeiten verifizieren

    Bankbestand, offene Forderungen und Verbindlichkeiten mit Betrag, taggenauem Termin, Quelle und Verantwortlichem erfassen. Gebundene Mittel abziehen.

  2. 02

    Staffelung verbindlich klären

    Zahlungs- und Liefertermine abstimmen. Mehrkosten, Versorgung und Deckungsbeiträge prüfen; ohne Vereinbarung gelten die ursprünglichen Verpflichtungen.

  3. 03

    Rollierend weiterplanen

    Wöchentlich Plan durch Ist ersetzen, Abweichungen erklären und eine neue Woche anhängen. Die 30.000 € in Woche 14 samt allen weiteren Verpflichtungen übernehmen.

  4. 04

    Vor Freigabe neu entscheiden

    Basis, Belastungsfall und taggenaue Engpässe prüfen. Bei drohender Reserveunterschreitung die nächste Bestelltranche aussetzen; bei Krisenanzeichen unverzüglich qualifizierten Fachrat einholen.

Aussagegrenzen

Was diese Arbeitsprobe zeigt – und was nicht.

  • Das vollständig dargestellte 13-Wochen-Rechenbeispiel ist keine reale Liquiditäts-, Fortbestehens- oder Insolvenzbeurteilung.
  • Alle Beträge und Termine sind frei erfunden. Eintrittswahrscheinlichkeiten werden nicht behauptet; weitere Belastungsfälle sind nicht vollständig abgedeckt.
  • Wochenendbestände ersetzen keinen taggenauen Fälligkeitsabgleich. Außerhalb des Horizonts bestehen weitere, hier nicht vollständig erfasste Verpflichtungen.
  • Die interne Mindestreserve ersetzt weder gesetzliche Pflichten noch rechtliche, steuerliche oder finanzierungsbezogene Fachprüfungen.

Persönlicher Erstkontakt

Die Prüflogik auf eine konkrete Unternehmensentscheidung anwenden.

Entscheidungsfrage, Größenordnung, Termin und vorhandene Datenbasis genügen für die erste Passungsprüfung.

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